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Der Pfeil der Bogenschützin zischt auf die Zielscheibe zu, trifft ins Schwarze – und beginnt plötzlich zu brennen. Hinter diesem Spezialeffekt steckt eine Mitarbeiterin der Fakultät für Chemie und Mineralogie. Marika Kandler vom Institut für Anorganische Chemie unterstützt das MDR-Format „Science vs. Fiction“ als Expertin für chemische Experimente und begeistert damit junge Zuschauer:innen auf YouTube.

Würden die Tricks und Wow-Effekte aus Serien, Filmen und Computerspielen auch in der Wirklichkeit funktionieren? Darum geht es auf dem YouTube-Kanal „Science vs. Fiction“, einem Format von MDR Wissen. Jeden Sonntag stellt Moderator Jack Pop in einem neuen Video ein Phänomen aus einer Science-Fiction-Serie oder einem Fantasy-Film auf den Prüfstand – und zwar mit wissenschaftlicher Unterstützung aus den Naturwissenschaften.

Die Folge vom 28. November 2021 dreht sich um die Spezialpfeile von Hawkeye, einem Comichelden aus der „Avengers“-Reihe. Da sich in dessen Arsenal auch ein Explosionspfeil befindet, war in der Vorbereitung der Folge Marika Kandler von der Fakultät für Chemie und Mineralogie als Expertin gefragt. Denn, so der Moderator: „Die Chemie-Fakultät hat alles da, was ein Pyro-Herz begehrt.“

Wie könnte ein Explosionspfeil funktionieren?

Die Chemikerin mischte ihm also für das YouTube-Video ein explosives Gemisch für einen der Hawkeye-Pfeile zusammen, wie im Video ab Minute 10:55 zu sehen ist. Für den Explosionspfeil empfahl sie ein Rezept aus Rotfeuer, Puderzucker und Kaliumchlorat sowie ein wenig Schwarzpulver.

Allerdings läuft ein Dreh mit einem Filmteam etwas anders ab als ihre tägliche Arbeit in der Vorlesungsvorbereitung an der Fakultät. Arbeitsschritte, die ihr im Alltag schnell von der Hand gehen, müssen für die Kamera genau in Szene gesetzt werden. „Jeder Handgriff, den man macht, muss zelebriert werden. Wir stellen uns dabei immer die Frage: Wie zeige ich es schön für die Kamera?“

Marika Kandler gefällt es, ihre Arbeit auf diese Weise in ein anderes Licht zu rücken: „Man hat fachfremde Menschen um sich und muss die Chemie so erklären, dass es jeder versteht.“ Auch das Tüfteln liegt ihr: „Es macht Spaß, mein chemisches Wissen auch mal anders anzuwenden und um die Ecke zu denken. Und den Leuten zu zeigen, wie wunderbar aufregend Chemie einfach ist!“

Mit YouTube-Videos für Wissenschaft begeistern

Marika Kandler war schon bei einer Spezialausgabe von Jack Pop’s Infotainment-Show „Circus of Science“ zur Eröffnung der Langen Nacht der Wissenschaften 2021 dabei. Seitdem ergibt sich immer mal wieder die Zusammenarbeit, wenn es um chemische Aspekte in seinen Themen geht, berichtet sie. Die Videos von „Science vs. Fiction“ werden auf YouTube zehntausende Male aufgerufen. Mit Themen aus der Comic-, Film- und Serienwelt, bunt aufgemacht, schnell geschnitten und mit witzigen Einspielern gespickt, richten sie sich vor allem an Jugendliche und junge Erwachsene.

Doch der Kanal soll mehr als bloße Unterhaltung bieten, vielmehr will der MDR mit populären Themen und knalligen Effekten junge Menschen für Wissenschaft begeistern. Marika Kandler glaubt, dass das funktioniert: „Solche Formate bieten die Möglichkeit, ein größeres Publikum für (Natur-)Wissenschaft zu begeistern. Die Uni bildet aus und entsendet uns mit dem Wissen in die Welt – das ist auch meine Mission: Warum Wissen für sich behalten, wenn man es teilen kann?“

 

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