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Im Dorfgemeinschaftshaus von Lammershagen finden normalerweise Vereinssitzungen oder gemütliche Kaffeerunden statt. An einem Abend im Februar geht es hier um Wissenschaft: Dr. Nina Mackert ist zu Gast und spricht über ihre Forschung an der über 500 Kilometer entfernten Universität Leipzig.

Dr. Nina Mackert ist Historikerin an der Universität Leipzig. Aufgewachsen ist sie in dem kleinen Dorf Lammershagen mit knapp 200 Einwohner:innen in Schleswig-Holstein, umgeben von Ackerflächen, Seen, Wäldern und Wiesen. Durch ihr Studium und ihre Arbeit als Wissenschaftlerin zog es sie aber in größere Städte – zuerst nach Hamburg, dann Erfurt und zuletzt nach Leipzig, wo sie seit 2019 im interdisziplinären LeipzigLab „Global Health“ zur Geschichte der Kalorie forscht.

Am 17. Februar reiste sie zu einem besonderen Anlass in den Norden. Eingeladen wurde sie im Rahmen der Aktion „Heimspiel Wissenschaft“ – einem bundesweiten Projekt, bei dem Forschende in ihre Heimatdörfer zurückkehren, um dort von ihrer wissenschaftlichen Arbeit zu berichten und so das Interesse an Forschung zu wecken. Sie ist bereits die zweite Forscherin der Universität Leipzig, die an der Aktion teilnimmt (das Universitätsmagazin berichtete über das erste „Heimspiel“ von Dr. Christian Sonnendecker).

Als es dann losging, das Dorfgemeinschaftshaus aus allen Nähten platzte und eine super Stimmung herrschte, hat es noch mehr Spaß gemacht als sonst!

Unter der Überschrift „Schokolade, Lohndumping und Patriotismus – was Sie noch nicht über das Kalorienzählen wussten!“ sprach Nina Mackert Mitte Februar vor 65 gespannten Zuhörer:innen darüber, wie das Kalorienzählen nicht nur die Vorstellungen von „richtigem“ Essen, sondern auch die Gesellschaft veränderte.

Im Publikum: Mutter, Onkel, Tante, alte Bekannte von früher, die Bürgermeisterin und ein Überraschungsgast aus dem Nachbardorf: „Meine alte Grundschullehrerin ist gekommen. Das hat mich berührt!“, erzählt Nina Mackert. Dazu, wie es sich anfühlt, im Heimatort über seine Arbeit zu sprechen, sagt sie: „Ehrlich gesagt war ich ganz schön nervös. Als es dann losging, das Dorfgemeinschaftshaus aus allen Nähten platzte und eine super Stimmung herrschte, hat es auch noch mehr Spaß gemacht als sonst!“.

Sie ist überzeugt, dass es mehr Interesse am Forschungsfeld weckt, wenn jemand mit persönlichem Bezug über ein Forschungsthema referiert. „Das ‚Heimspiel‘ ist echt eine prima Gelegenheit, Leute für Wissenschaft über persönliche Kontakte zu interessieren. Bestimmt wären einige sonst nicht gekommen!“, so ihr Fazit.

Heimspiel Wissenschaft will nach eigenen Angaben „ein nachhaltiges Netzwerk für Hochschulen und deren Wissenschaftler:innen aufbauen, um gemeinsam neue Wege der Wissenschaftskommunikation im ländlichen Raum zu beschreiten und entsprechende Formate weiterzuentwickeln. Das Projekt will Hochschulen dafür gewinnen, eigene Heimspiele mit ihren Wissenschafter:innen in deren Heimatorten zu veranstalten.“

Projektpartner ist unter anderem die Hochschulrektorenkonferenz (HRK). Gefördert wird das Projekt unter anderem vom Bundesministerum für Bildung und Forschung (BMBF).

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