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Im Wintersemester 2024/2025 führte ein achttägiger Austausch Leipziger Studierende sowie die beiden Lehrbeauftragten Dr. Klara Dietze und PD Dr. Franziska Naether des Ägyptologischen Instituts nach Krakau, Warschau und Breslau. Der Aufenthalt zielte darauf ab, polnische Fachtraditionen und -schwerpunkte im Austausch mit Forschenden zu vermitteln und die Vernetzung der polnischen und Leipziger Studierenden zu fördern. Dank Erasmus+ Förderung konnten zehn Studierende teilnehmen. Über das Programm in Polen und dessen Highlights berichten Klara Dietze und Franziska Naether in ihrem Blog.

Reisen und Lernen gehen Hand in Hand – besonders in der Ägyptologie! Über das Ziel des im Wintersemester 2024/2025 am Ägyptologischen Institut angebotenen Lehrprojektes waren wir uns schnell einig: Der Austausch sollte uns nach Krakau, Warschau und Breslau führen, denn Polen ist ein Big Player in der ägyptologischen Forschung. Feuer und Flamme für ein gemeinsames Lehrprojekt waren schnell auch die Krakauer Kolleg:innen unserer Partnerhochschule, der Jagiellonen-Universität um PhD Mariusz Jucha sowie eine Vielzahl an Vertreter:innen ägyptologischer und archäologischer Forschungseinrichtungen in Warschau, die uns zum Besuch ihrer Arbeitsstellen einluden.

Zur Vorbereitung fanden im Januar 2025 vier Blockseminarsitzungen statt, in denen ein erster virtueller Austausch mit den Krakauer Kolleg:innen und Studierenden der Ägyptologie und Archäologie erfolgte. Bei Besuchen im Polnischen Institut und im Leibniz-Institut für jüdische Geschichte und Kultur – Simon Dubnow wurde uns zudem historisches Wissen über die deutsch-polnischen Beziehungen vermittelt.

Warschau: Forschung, Museen und Gastfreundschaft

Physisch startete das Lehrprojekt in Warschau am Sonntag, den 16. Februar, auf dem Kulturpalast mit Blick über die Skyline der Stadt. Am Montag begannen nach dem Besuch des POLIN-Museums zur Geschichte der polnischen Jüd:innen fachliche Begegnungen an der Universität Warschau: Professor:innen, Forschende und Studierende aus den Bereichen Römisches Recht sowie Epigrafik und Papyrologie stellten ihre aktuellen Forschungsprojekte vor. Ein besonderes Erlebnis war die Einladung von Prof. Jakub Urbanik zu einem gemeinsamen Abendessen – was für eine Gastfreundschaft!

Am dritten Tag besuchten wir die Faras-Galerie des Nationalmuseums, wo uns Prof. Dobrochna Zielińska und Prof. Adam Łaitar die beeindruckenden Wandmalereien einer spätantiken nubischen Kathedrale näherbrachten. Anschließend gewährte uns Dr. Filip Taterka Einblicke in die Polnische Akademie der Wissenschaften, die rund 70 Ägyptolog:innen in verschiedenen Projekten beschäftigt. Die Warschauer Universität lud uns zudem zu einem Kolloquium ein, das von Prof. Sławomir Rzepka organisiert wurde und sich den archäologischen Forschungen in Tell el-Retaba widmete.

Am vierten Tag beeindruckte Robert Ryndziewicz vom Institut für Archäologie und Ethnologie mit einem Vortrag zu geophysikalischen Forschungsmethoden in Ägypten und dem Sudan, insbesondere zur Geomagnetik.

Krakau: Workshop und kulturelle Entdeckungen

In Krakau fand am fünften und sechsten Tag der unter dem Titel „Excavation, digitalization and 3D-modeling in the archaeology of Ancient Egypt“ stehende Workshop an der Jagiellonien-Universität statt. In der Gołębia 11 wurden wir von den Kolleg:innen und Studierenden äußerst herzlich empfangen. Die Sitzung wurde sogar offiziell mit von der Hausleitung eröffnet. In abwechselnd von Krakauer und Leipziger Studierenden moderierten Panels wurde aus aktuellen Forschungsprojekten in der Ägyptologie und Archäologie sowie den Digital Humanities berichtet. In kurzen Pitches stellten sie polnische ägyptologische Sammlungen vor, was zu lebhaften Diskussionen führte – vertieft über Piroggen beim gemeinsamen Mittagessen. Nachmittags erkundeten wir das Czartoryski-Museum mit seiner Sammlung antiker Kunst und besuchten die Wawel-Burg. Ein besonderer Programmpunkt war die Führung durch das jüdische Viertel Kasimierz, das einst das Krakauer Ghetto beherbergte. Uns als Dozent:innen war es wichtig, auch diese historischen Aspekte in die Exkursion zu integrieren.

Breslau: Kunst, Architektur und Geschichte

Die letzte Station unserer Reise war Breslau. Dort lauschten wir gespannt den vielen Anekdoten, die der Kunsthistoriker Prof. Tomasz Torbus (Leipzig/Danzig) zu den vielen pittoresken Gebäuden zu erzählen wusste. Auf ein Kennenlernen mit PhD Agnieszka Wojciechowska von der Universität Breslau folgend, hatten wir die Gelegenheit, die an das römische Pantheon angelegte Jahrhunderthalle aus dem Jahr 1903 zu besichtigen. 

Voller Inspiration traten wir am 23. Februar die Heimreise nach Leipzig an. Die Reise hat nicht nur wissenschaftliche Kooperationen gestärkt, sondern auch persönliche Kontakte vertieft. Ein Gegenbesuch unserer polnischen Kolleg:innen in Leipzig ist bereits in Planung – die Frage ist nicht ob, sondern nur wann!

 

  • Erasmus+ wird finanziert von der Europäischen Union.

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