Nachricht vom

Schon im 15. Jahrhundert legte die Universität den Grundstein für das imposante Gebäude in der Goethestraße 3 bis 5, in dem nun das Studierenden Service Zentrum (SSZ), die Stabsstelle Internationales und das Dezernat 2 zu finden sind. „Meißnisches Haus“, „Zur Melone“ oder „Schwarzes Brett“ hießen die einstigen Häuser auf diesem Areal. 1911 in seiner heutigen Form erbaut, beherbergte das Gebäude einst die größte Buchhandlung der DDR. Nun ist es die Anlaufstelle für Studierende der Universität.

Es war einmal im Jahre 1409, als in Leipzig eine Universität gegründet wurde. In das erste Semester starteten damals 46 Magister und 369 Studierende – doch sie lernten nicht etwa in großen Hörsälen, sondern in sogenannten Kollegien. Für die ersten beiden Kollegien stifteten die Landesfürsten zum Start des Lehrbetriebs zwei Grundstücke mit Gebäuden für die Lehre und zum Wohnen. Das größere der beiden Grundstücke beherbergte das Große Fürstenkolleg in der heutigen Ritterstraße/Goethestraße, das Kleine Fürstenkolleg war in der Petersstraße beheimatet.

Im 15. Jahrhundert bildete das Große Kolleg das Zentrum der Universität. Wo heute die Goethestraße verläuft, stand damals noch Leipzigs Stadtmauer. Das Areal unterlag im Laufe der Jahrhunderte vielen Veränderungen: Unter anderem im Dreißigjährigen Krieg wurden Teile stark beschädigt, es wurde umgebaut, aufgebaut, neugebaut und Grundstücksteile verkauft oder verpachtet. Im 18. Jahrhundert fiel die Stadtbefestigung und an der Ostseite des Großen Kollegs wurde eine Straße errichtet. Damit wurden die Gebäude für eine Bebauung noch einmal interessanter. Neben Wohnhäusern für Studierende entstand auch das Alte und Neue Schenkhaus sowie das Schwarze Brett, das neben einer Speisewirtschaft auch Zimmer für Studierende bot.

Das Gebäude wie wir es heute kennen wurde 1910/11 im Auftrag der Dresdner Bank auf mehreren Grundstücken erbaut. Die Pläne stammten vom Architekten Martin Dülfer, der als „Wegbereiter der Moderne“ galt und zu einem bedeutenden Architekten zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde. Bei der Fassade im Reformstil stechen vor allem die kräftigen Säulen hervor. Dieser Baustil war typisch für die Bankenarchtitektur des 19. und frühen 20. Jahrhunderts. Wer in das Gebäude hineingeht, steht gleich in einer hellen Kuppelhalle, die an damalige Schalterhallen der Banken erinnert. Das Glaskuppeldach darüber lässt viel Licht in die Halle fallen. Neben der Nutzung durch Finanzinstitute bot das Gebäude zu Beginn der 50er Jahren auch der Universitätsbuchhandlung Franz-Mehring-Haus ein Zuhause. Mit 2000 Quadratmetern im Erdgeschoss war es damals die größte Buchhandlung der DDR. 2009 wurde sie geschlossen.

Mit dem Jahr 2022 sind nun das Studierenden Service Zentrum, die Stabsstelle Internationales und das Dezernat 2 der Universität in die Goethestraße 3-5 eingezogen.

Ihr Kommentar

Hinterlassen Sie gern einen Kommentar. Bitte beachten Sie dafür unsere Netiquette.