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Die weltweit gemeinsame Erforschung der Corona-Epidemie beweist in diesem Jahr, wie wertvoll frei zugängliche und nachnutzbare digitale Daten für die Forschung und die Gesellschaft sein können. Diese ermöglichen und fördern kooperatives Forschen über Ländergrenzen hinweg. Voraussetzung hierfür ist, dass Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler bewusst und nachhaltig mit ihren Forschungsdaten umgehen.

Die FAIR-Prinzipien geben dafür einen Rahmen vor: FAIR steht für Findable, Accessible, Interoperable und Reusable. Forschungsdaten sollten also von anderen gefunden werden können, zugänglich und austauschbar sein sowie für eine Nachnutzung in anderen Forschungskontexten bereitgestellt werden. Um diese Grundprinzipien umsetzen zu können, sollte der Umgang mit Daten von Beginn eines jeden Forschungsprojektes an durchdacht und geplant werden. Hierzu gehören Überlegungen zur Daten­generierung, zur Speicherung und Archivierung, zur Datendokumentation sowie zu einer Datenveröffentlichung. Am besten schreiben Forschende einen Datenmanage­ment­plan, der ihnen hilft, alle Schritte über den gesamten Projektverlauf im Auge zu behalten.

Welchen Nutzen haben Sie aber von diesem Aufwand?

Zugegeben, ganz ohne Aufwand geht es nicht. Besonders am Anfang kann es mühsam sein, sich über das Datenmanagement Gedanken zu machen: Standards für eine einheitliche Dokumentation mit Metadaten festzulegen, eine Backupstrategie zu erarbeiten, die Archivierung für mindestens zehn Jahre nach Ablauf des Forschungsprojekts zu klären und ein Repositorium für Ihre Daten auszuwählen. Hinzu kommen eventuelle rechtliche Unsicherheiten in Bezug auf die Veröffentlichung und Nachnutzung sowie die Klärung der Finanzierung des Datenmanagements. Doch im weiteren Projektverlauf profitieren Sie in vielerlei Hinsicht von einem nachhaltigen Forschungsdatenmanagement, dass:

  • die Reproduzierbarkeit von Ergebnissen, Auffindbarkeit Ihrer Daten und Nachvollziehbarkeit Ihrer Forschung sichert.
  • Ihren Forschungsoutput steigert.
  • die Effizienz im Forschungsprozess erhöht.
  • Ihren Datenverlust minimiert.
  • die Qualität Ihrer Forschung sichert und als Qualitätsmerkmal gilt.
  • gemeinsame Wissensgenerierung und Kollaboration ermöglicht.

Zudem ist ein gutes Forschungsdaten­manage­ment essentieller Bestandteil der guten wissenschaft­lichen Praxis und wird mittlerweile von einer Vielzahl an Forschungsförderern bei der Beantragung von Drittmitteln verlangt. Auch wissen­schaftliche Verlage geben mehr und mehr die Veröffentlichung der einer Publikation zugrunde­liegenden Daten vor, wodurch diese wesentlich häufiger zitiert werden als Veröffentlichungen ohne Datengrundlage.

An der Universität Leipzig unterstützen wir, die Arbeitsgruppe Forschungsdaten, Sie mit unseren vielfältigen Angeboten:

  • Schulungen und Informationsveranstaltungen zu verschiedenen Themen des Forschungsdatenmanagements,
  • Beratungen zu allen Themen rund um den Umgang mit Forschungsdaten und bei der Einwerbung von Drittmitteln,
  • Bereitstellung technischer Infrastrukturen und Tools.

Dem Open Science-Gedanken folgend, veröffentlichen wir zudem all unsere Materialien zur Nachnutzung auf Zenodo.  

Hier, im neuen Blog des Leipziger Universitätsmagazins, wollen wir Sie ab sofort zusätzlich zu den Informationsangeboten auf unserer Webseite regelmäßig über Neuigkeiten aus der Welt der Forschungsdaten informieren.

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