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Hans-Georg Gadamer (1900 bis 2002) war ein international anerkannter Philosoph, besonders auf dem Gebiet der philosophischen Hermeneutik. Sein grundlegendes Werk "Wahrheit und Methode" erschien 1960. Von 1946 bis 1947 war er Rektor der Universität Leipzig.

Hans Georg Gadamer wurde am 11. Februar 1900 in Marburg geboren. Er wuchs in Breslau auf und legte dort 1918 sein Abitur ab. Anschließend studierte er Germanistik, Geschichte, Kunstgeschichte, Philosophie und Pädagogik an den Universitäten Breslau, Marburg und München. In Marburg promovierte er 1922 zum Dr. phil. 1929 habilitierte er sich unter Heidegger und Friedländer und wurde in Marburg Privatdozent. Nach Jahren in Paris, Kiel und wiederum Marburg wurde er 1939 zum ordentlichen Professor für Philosophie an die Universität Leipzig berufen und Direktor des Philosophischen Instituts.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Hans-Georg Gadamer 1945 Dekan der Philosophischen Fakultät und ab dem 21. Januar 1946 Rektor der Universität Leipzig. Nach seinem Rücktritt vom Rektorat zum 1. Oktober 1947 wechselte er an die Universität Frankfurt am Main. 1949 folgte er einer Berufung an die Universität Heidelberg als Nachfolger von Karl Jaspers. Bis zu seinem Tod im 103. Lebensjahr lebte Gadamer in Heidelberg, wo er auch bestattet ist.

Nach Jahrzehnten der Abwesenheit besuchte Gadamer 1993 zum ersten Mal wieder die Universität Leipzig und trug sich am 22. Oktober ins Gästebuch der Universität ein. Am 24. September 1996 erhielt er die Ehrendoktorwürde der Fakultät für Philosophie und Sozialwissenschaften. Zu seinen Ehren fand nach seinem 100. Geburtstag am 19. April 2000 in seiner Anwesenheit an der Universität Leipzig eine akademische Feierstunde statt.

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