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Gefäß- und Begleiterkrankungen wie Diabetes und Adipositas sind in der Gesellschaft weit verbreitet. Vorherzusagen, welche Patientinnen und Patienten eine fortschreitende Gefäßerkrankung haben werden und maßgeschneiderte Behandlungskonzepte für eben diese Betroffenen zu finden, machen sich die Forschenden am Leipziger Helmholtz-Institut für Metabolismus-, Adipositas- und Gefäßforschung (HI-MAG) unter anderem zur Aufgabe. Prof. Dr. Sabine Steiner ist dort seit dem 1. Mai 2021 Leiterin der Abteilung für Angewandte Gefäßforschung und neu berufene Professorin an der Universität Leipzig.

Was haben Sie studiert – und wo?

Ich habe Humanmedizin an der Universität Innsbruck und Wien studiert (1994 – 2000) und einige Jahre später (2009 – 2011) noch einen Master im Fach Epidemiologie an der University of Ottawa (Kanada) gemacht.

Was waren im Anschluss Ihre wichtigsten beziehungsweise Ihre letzten beruflichen Stationen?

Nach meinem Studium der Humanmedizin und Facharztausbildung war ich viele Jahre (2006 – 2014) als Oberärztin an der Universitätsklinik für Innere Medizin in der Abteilung für Angiologie in Wien tätig, wo ich 2006 auch habilitierte und 2012 zur Assoziierten Professorin ernannt wurde. 2014 wechselte ich dann nach Leipzig und bin seither Oberärztin in der Klinik und Poliklinik für Angiologie des Universitätsklinikums (UKL). Neben meiner klinischen Tätigkeit war die Gefäßforschung weiterhin meine Leidenschaft. Hieran schließt sich nun seit Mai 2021 meine Professur und Leitung der Abteilung für Angewandte Gefäßforschung am HI-MAG.

Was fasziniert Sie an Ihrem Forschungsgebiet und was sind Ihre Schwerpunkte?

Gefäßerkrankungen können sich in vielen Facetten präsentieren und sind häufig mit Begleiterkrankungen, wie Diabetes, Adipositas oder auch Herz- und Nierenerkrankungen vergesellschaftet. Die Entwicklung minimal-invasiver Eingriffe hat in den letzten zwei Jahrzehnten die Therapieverfahren der Gefäßmedizin revolutioniert. Zwar können wir heute vielen Patientinnen und Patienten mit Gefäßverschlüssen rasch und effizient helfen, die Durchblutungssituation zu verbessern, doch leider kommt es in der Folge häufig zu Restenosen, das heißt Wiederverengungen im Bereich der ursprünglich behandelten Gefäßläsion. Noch können wir nur sehr unzureichend vorhersehen, welche Patientinnen und Patienten betroffen sein werden und wie wir dies verhindern können. Hier neuec, maßgeschneiderte Behandlungskonzepte zu finden und in der klinischen Routine umzusetzen, ist Schwerpunkt meiner Forschungstätigkeit.

Haben Sie sich für Ihre Tätigkeit an der Universität Leipzig ein bestimmtes Forschungsziel gesetzt? Welches?

Die Kooperation der Universität Leipzig mit den neu geschaffenen Strukturen des HI-MAG bietet einzigartige Strukturen und Möglichkeiten, um translationale Gefäß- und Stoffwechselforschung auf exzellentem Niveau in seiner Gesamtheit von bench to bedside zu betreiben. So wollen wir die zugrundeliegenden pathophysiologischen Mechanismen von Gefäßerkrankungen und insbesondere der Restenose mit Hilfe von proof-of-concept-Versuchen im Schweinemodell sowie first-in-man-Studien untersuchen und neue Behandlungsoptionen in multizentrischen klinischen Studien evaluieren. Gesamtziel dieser Forschungsaktivitäten ist es, die Situation von Gefäßpatienten in Bezug auf Lebensqualität, Krankheitsverlauf und Prognose langfristig zu verbessern.

Würden Sie bitte kurz einige Schwerpunkte nennen, die Sie in der Lehre setzen wollen?

Mein Ziel ist es, die Gefäßmedizin noch mehr in den Fokus der Studierenden zu bringen und in der hochwertigen Betreuung von Doktorarbeiten Akzente zu setzen. Gerade durch die Verbindung mit einer translationalen Gefäßforschung am HI-MAG können wir hier auch anbieten, medizinische Doktorarbeiten im Bereich der Gefäß-Grundlagenforschung zu betreuen.

Bitte beenden Sie folgenden Satz: „Die Universität Leipzig ist für mich…

...ein Ort des Austausches und der Kooperation von exzellenten Wissenschafterinnen und Wissenschaftlern.“

Antworten Sie gern mit persönlichem Bezug oder allgemein: Welche Entdeckung, Erfindung oder Erkenntnis wünschen Sie sich in den nächsten zehn Jahren?

Ich wünsche mir, dass wir verstehen und vorhersagen können, welche Patientinnen und Patienten eine fortschreitende Gefäßerkrankung haben werden und welche Behandlungsoptionen langfristig den besten Nutzen bringen.

Welche Hobbys haben Sie?

Ich bin in einem Osttiroler Bergdorf aufgewachsen und so zieht es mich auch immer wieder in die Berge. Früher habe ich gerne die Alpen mit dem Mountainbike überquert, in den letzten Jahren waren es dann vor allem Wanderungen mit meiner Familie.

Haben Sie ein bestimmtes Lebensmotto, das Ihnen auch über schwierige Phasen hilft?

Kein wirkliches Motto, aber ich kann gut klare Gedanken fassen bei ausgedehnten Spaziergängen – alleine oder gerne mit einer Gesprächspartnerin oder einem Gesprächspartner an meiner Seite.

Verraten Sie uns bitte noch wann und wo Sie geboren sind?

Am 28.11.1975 in Lienz, Österreich.

Vielen Dank.

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