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Die Zahnpasta Chlorodont wurde vom ehemaligen Leipziger Studenten Ottomar Heinsius von Mayenburg 1907 auf dem Dachboden der Löwenapotheke Dresden erfunden. Zur Herstellung der Zahnpasta gründete er eine eigene Firma. Heutzutage würde man von einem erfolgreichen Start-up-Unternehmen sprechen.

Ottomar Heinsius von Mayenburg studierte ab 1889 an der Universität Leipzig Pharmazie und Botanik. Er wurde am 5. Dezember 1865 in Schönheide im Erzgebirge geboren. Die pharmazeutische Staatsprüfung bestand er am 18. Januar 1891 in Leipzig, anschließend arbeitete er in der Dresdner Hof-Apotheke. Seine Studien an der Leipziger Universität setzte er 1899 fort und hörte Vorlesungen in Bakteriologie, Zoologie, Botanik und Pflanzenphysiologie, unter anderem bei Alfred Fischer, Carl Chun und Wilhelm Pfeffer. 1901 promovierte er zum Thema „Lösungsconcentration und Turgorregulation bei den Schimmelpilzen“.

In Dresden setzte er seine Tätigkeit als Apotheker fort und pachtete 1907 die Löwenapotheke. Seine auf dem Dachboden der Apotheke zubereitete Zahncreme füllte er in wiederverschließbare Metalltuben ab, nannte sie Chlorodont und gründete die Dresdner Leo-Werke. Das war der Aufbruch zum größten Zahnpflegemittel-Hersteller Europas. Das charakteristische Chlorodont-Erscheinungsbild war in Anzeigen, auf Plakaten, auf Emaille-Schildern und an Häusergiebeln ein weithin beachtetes Werbemittel. Auf der Internationalen Hygieneausstellung 1911 in Dresden wurde die Zahnpasta mit dem frischen Pfefferminzgeschmack mit einer Goldmedaille prämiert. Noch in den 1960er Jahren erlebte Chlorodont in der DDR eine beachtliche Blütezeit, verschwand aber Anfang der 80er Jahre endgültig vom Markt. In der Bundesrepublik war die Chlorodont-Zahnpasta bis 1989 erhältlich.

Der erfolgreiche Unternehmer Ottomar Heinsius von Mayenburg verstarb am 24. Juli 1932 in seinem Sommerdomizil auf Gut Roseneck am Wörthersee in Kärnten.

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