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Dr. Niklas Venema ist seit April 2022 Juniorprofessor für Kommunikations- und Medienwandel am Institut für Kommunikations- und Medienwissenschaft der Universität Leipzig. Seine Schwerpunkte in Forschung und Lehre sind Journalismus, Medienpolitik und politische Kommunikation in historischer Langzeitperspektive. Im Interview spricht er unter anderem über das Wechselverhältnis von gesellschaftlichem und medialem Wandel in historischer Perspektive. Eine Erkenntnis ist: Gesellschafts- wie Medienstrukturen sind veränderbar.

Was haben Sie studiert – und wo?

Ich habe Kommunikations- und Medienwissenschaft an der Universität Leipzig studiert.

Was waren im Anschluss Ihre wichtigsten beziehungsweise Ihre letzten beruflichen Stationen?

Nach dem Masterabschluss 2016 habe ich als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Freien Universität Berlin gearbeitet. Ich habe am Institut für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft gelehrt und geforscht und meine Promotion abgeschlossen.

Was fasziniert Sie an Ihrem Forschungsgebiet und was sind Ihre Schwerpunkte?

Ich erforsche das Wechselverhältnis von gesellschaftlichem und medialem Wandel in historischer Perspektive. Daran fasziniert mich besonders die Möglichkeit, aktuellen Phänomenen auf den Grund zu gehen, sie mit ihren Ursprüngen und Veränderungen einzuordnen und zu erklären. Außerdem eröffnet sich ein Denken in Alternativen: Es hätte sich auch anders entwickeln können, und Gesellschafts- wie Medienstrukturen sind veränderbar.

Schwerpunkte meiner Untersuchungen zu vergangenen Umbrüchen sowie ihren gesellschaftlichen Bedingungen und Folgen sind Journalismus, Medienpolitik, politische Kommunikation und in einer übergeordneten Perspektive Öffentlichkeit insgesamt. Außerdem nehme ich mit der Fachgeschichte der Kommunikations- und Medienforschung die wissenschaftliche Reflexion in den Blick, die Veränderungen begleitet.

Haben Sie sich für Ihre Tätigkeit an der Universität Leipzig ein bestimmtes Forschungsziel gesetzt?

Als erstes Forschungsziel an der Universität Leipzig verfolge ich momentan, Gegenöffentlichkeiten in ihren historischen Dimensionen zu analysieren. Dabei möchte ich zeigen, wie die häufig kritisierte, aber aktuell zur Erforschung von Social Media trotzdem breit genutzte Theorie mit einer Langzeitperspektive weiterentwickelt werden kann, wie aktuelle Phänomene der Online-Kommunikation vergleichend eingeordnet werden können, und wie sich wissenschaftliche Diskurse verändert haben.

Würden Sie bitte kurz einige Schwerpunkte nennen, die Sie in der Lehre setzen wollen?

In der Lehre vermittle ich den Studierenden den Gewinn einer historischen Perspektive, um aktuelle Begriffe, Phänomene und Debatten zu verstehen. Dabei möchte ich sie vor allem dazu ermuntern, selbst in die Quellen zum Kommunikations- und Medienwandel zu gehen, die mittlerweile auch in hoher Zahl online zugänglich sind.

Bitte beenden Sie folgenden Satz: „Die Universität Leipzig ist für mich…“

…der Ort, an dem mein Interesse an Kommunikations- und Medienwandel im Studium geweckt wurde und an dem ich diese Themen heute selbst erforschen kann.

Antworten Sie gern mit persönlichem Bezug oder allgemein: Welche Entdeckung, Erfindung oder Erkenntnis wünschen Sie sich in den nächsten zehn Jahren?

Ich wünsche mir zum einen die Entdeckung vieler spannender Quellenbestände und zum anderen die Erkenntnis darüber, wie ein Journalismus der Zukunft aussehen könnte.

Welche Hobbys haben Sie?

In meiner Freizeit treibe ich gern Sport und lese viel.

Haben Sie ein bestimmtes Lebensmotto, das Ihnen auch über schwierige Phasen hilft?

An allem ist zu zweifeln.

Verraten Sie uns bitte noch wann und wo Sie geboren sind?

Ich wurde 1990 in Marburg geboren.