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Wie bereitet man sich am besten auf das Studium im Ausland vor? Fünf Leipziger Studierende haben es ausprobiert – mit einem sogenannten Blended-Learning-Kurs zum akademischen Spanisch. In einem Mix aus virtuellem Austausch mit spanischen Tandempartner:innen und einem einwöchigen Aufenthalt an der Universität Granada tauchten sie in das dortigen Hochschulsystem ein. Warum das Pilotprojekt mehr war als nur ein Sprachkurs und welches Potenzial es für die Zukunft hat, beschreibt die Kursleiterin Alba Delgado in ihrem Blogartikel.

Jedes Semester bereiten die Sprachenzentren der Universitäten Hunderte von Studierenden sprachlich und kulturell auf internationale Erfahrungen vor. Die Gründe, unsere Kurse zu besuchen, sind vielfältig, aber unser Hauptziel ist klar: Wir möchten die Studierenden darauf vorbereiten, sich in akademischen und beruflichen Kontexten in der jeweiligen Fremdsprache sicher und erfolgreich zu bewegen. In unseren Seminaren versuchen wir, reale Kommunikationssituationen so authentisch wie möglich nachzustellen. Doch die Vielfalt der Studienfächer, Gastuniversitäten und Aufenthaltsdauern macht es schwierig, alle realen Situationen vollständig abzubilden. Am Ende gehen unsere Studierenden ins Ausland und müssen ins kalte Wasser springen.

Auch wenn dieser Kulturschock oft positive Lerneffekte mit sich bringt, ist es wichtig, gut vorbereitet zu sein, zu wissen, was einen erwartet, und sich im akademischen Umfeld sicher zu bewegen. Im Spanisch-Bereich des Sprachenzentrums der Universität Leipzig haben wir deshalb ein Blended-Learning-Programm entwickelt, das die Studierenden schon vor dem Austausch mit dem akademischen Diskurs im Spanischen vertraut macht.

In Zusammenarbeit mit dem Centro de Lenguas Modernas (CLM) und der Dirección de Política Lingüística e Internacionalización der Universität Granada entstand das Pilotprojekt „Spanisch für akademische Zwecke: Verstehen und Gestalten des akademischen Diskurses an der Universität“. Dieses innovative, hybride Mobilitätsprojekt brachte fünf deutsche und fünf spanische Studierende zusammen, um gemeinsam in eine akademische und sprachliche Lernumgebung einzutauchen. Das Projekt wurde im Rahmen der Europäischen Hochschulallianz Arqus und mit Unterstützung des Mobilitätsprogramms des DAAD realisiert.

zur Vergrößerungsansicht des Bildes: Vier Studierende und ihre Dozentin posieren für ein Selfie
Geleitet wurde das Pilotprojekt von Alba Delgado, Mitarbeiterin am Leipziger Sprachenzentrum (rechts), Foto: Alba Delgado

Interkulturelle Kompetenz durch hybriden Austausch

Das Hauptziel des Programms ist es, die Reflexion, das Verständnis und die Produktion des akademischen Diskurses im Spanischen als zusätzlicher Fremdsprache zu fördern. Dazu wurde das Programm in zwei Phasen unterteilt: eine erste virtuelle Phase mit einem textbasierten Ansatz und eine zweite Präsenzphase an der Universität Granada.

In der ersten Phase arbeiteten die Studierenden eigenständig, analysierten akademische Textsorten und lernten die typischen rhetorischen Strukturen und Konventionen des akademischen Bereichs kennen. Durch Tandem-Sitzungen mit ihren spanischen Partner:innen wurde kritisches Denken und die Entwicklung sprachlicher Fähigkeiten in einem digitalen und mehrsprachigen Umfeld gefördert.

Die Präsenzphase an der Universität Granada ermöglichte es den deutschen Studierenden, sich in den Alltag verschiedener Fakultäten zu integrieren und als Gasthörer:innen an Vorlesungen teilzunehmen, um den akademischen Diskurs im Kontext zu erleben. Die Verwaltungsmitarbeitenden und Dozierenden der Universität Granada haben uns herzlich aufgenommen und die Integration in den Unterricht erleichtert. Dafür möchten wir uns herzlich bedanken.

Das akademische Aufeinandertreffen wurde durch gemeinsame Aktivitäten mit den spanischen Studierenden ergänzt, darunter Sprachaustausche, Sportveranstaltungen und auch kulinarische Treffen. Zudem hatten wir die Gelegenheit, das Hospital Real und seine Bibliothek zu besuchen, wo wir mehr über die Geschichte und das Erbe der Universität und ihres Rektorats erfuhren.

Am Ende des Programms können wir festhalten, dass es nicht nur zur Entwicklung akademischer Kompetenzen im Spanischen beigetragen hat, sondern auch die Verbindungen zwischen europäischen Universitäten gestärkt und neue Kooperationsmöglichkeiten eröffnet hat. Die Ergebnisse dieser ersten Ausgabe werden genutzt, um das Programm weiter anzupassen und zu optimieren, mit dem Ziel, diese Erfahrung als nachhaltiges Modell für die Ausbildung in zusätzlichen Fremdsprachen zu etablieren.

Die Europäische Hochschulallianz Arqus hat Mobilitätsangebote für alle Mitglieder ihrer Partnernuniversitäten: Studierende, Promovierende, akademische und auch nicht-akademische Mitarbeiter:innen sowie Forschende. Vom Workshop über Summer School, Auslandssemester, Forschungsaufenthalt bis hin zur Staff Week. Aktuelle Ausschreibungen und Veranstaltungen finden Sie auf der Arqus Website.

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