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An der Universitätsmedizin Leipzig besteht ein Rohrpostsystem, das verschiedene Kliniken und Institute miteinander verbindet und in dem Proben und Dokumente schnellstmöglich transportiert werden können. Im Hochschulbereich der Universität Leipzig verband seit den 1970-er Jahren ein Rohrpostsystem das frühere Hauptgebäude mit dem Universitätshochhaus.

Beginnend am Zentrum Innere und Operative Medizin des Universitätsklinikums Leipzig wurde seit 2003 ein Rohrpostsystem für die Universitätsmedizin aufgebaut. Das Netzwerk der Rohrpostanlage hat zurzeit mehr als 120 Sende- und Empfangsstationen mit einem akustischen oder optischen Signalgeber und eine Länge von mehr als 25 Kilometern. In diesem System werden patientenrelevante Proben und Dokumentationen auf schnellstmöglichem Weg transportiert. Proben von Patienten werden gleich nach der Entnahme verpackt und in eine Rohrpostbüchse eingelegt, die mit einem fünfstelligen Zahlencode als Zieladresse versehen wird. Die Hauptadressaten der verschiedenen klinischen Stationen und Ambulanzen sind das Zentrallabor, die Mikrobiologie und die Virologie. Alle klinisch relevanten Stationen sind mit einer Sende- und Empfangseinheit des Rohrpostsystems ausgestattet und miteinander verknüpft. Die Fahrtdauer der Büchsen durch das Rohrpostsystem mit einem Rohrinnendurchmesser von 110 Millimetern beträgt meist zwischen 3 bis 7 Minuten, in Ausnahmefällen bis zu 10 Minuten.

Die bei der Fahrt im Rohrpostsystem entstehenden Kräfte dürfen die Qualität der Proben nur in einem akzeptablen Maß verändern, damit die Proben fehlerfrei auswertbar sind. Besonders empfindliche Proben werden nicht durch das Rohrpostsystem geschickt, sondern durch Laborkuriere des Klinikums transportiert. Die Entscheidung darüber obliegt der behandelnden Ärztin bzw. dem behandelnden Arzt. Die Steuerung der gesamten Anlage erfolgt über einen Leitrechner mit einer Koordinationssoftware des Herstellers. Bei Ausfall der Rohrpostanlage ist der Transport von Proben und Dokumenten durch ein vorsorglich etabliertes Kuriersystem gesichert.

Rohrpostsystem war auch an der Universität ein wichtiges Transportmittel

Einige ältere Mitarbeiterinnen erinnern sich daran, dass in den 1970-er Jahren die Poststelle der Zentralverwaltung der Universität im Keller des ehemaligen Hauptgebäudes am heutigen Augustusplatz mit Büros im Hauptgebäude und dem Universitätshochhaus durch eine mit Überdruck betriebene Rohrpostanlage zum Transport von Dokumenten verbunden war. In die verwendeten Hülsen aus Stahl von 10 cm Durchmesser und 25 cm Länge mit einem Zahlenkranz zur Kodierung des Empfängers passten maximal 15 A4-Seiten.

Eine direkte Zusendung von Büro zu Büro war nicht möglich, auch vertrauliche Dienstsachen durften mit der Rohrpost nicht verschickt werden. In einer Zeit, in der es weder Internet noch Fax gab, erleichterte die Rohrpost die Verwaltungsarbeit doch beträchtlich.

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