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Das Wassersportzentrum Leipzig (WSZ), besser bekannt als „Universitätsschwimmhalle“, wurde im Herbst 1971 als Teil der Deutschen Hochschule für Körperkultur (DHfK) auf dem Campus an der Jahnallee fertiggestellt. Im Jahr 1991 ist das WSZ gemeinsam mit der DHfK in die Verantwortung der Universität Leipzig übergegangen.

Im Herbst dieses Jahres feiert das WSZ fünfzigjähriges Jubiläum. Für einen reibungslosen Betrieb ist das Dezernat Bau und Technik der Universität Leipzig mit seinem Team inklusive Badaufsicht zuständig. Der Bereichsleiter für den Campus Jahnallee, Gerd Appenfelder, zu den Anfängen: „Baustart war im Herbst 1968, drei Jahre später wurde der Komplex fertiggestellt. Laut Zeitzeugen gab es allerdings keine offizielle Einweihung. Die Hallen wurden bereits während der Bauphase genutzt. Wir denken über Aktionen nach, wie wir dieses Jubiläum begehen können, sofern es die Pandemie zulässt. Ich habe dazu mit verschiedenen Akteuren Kontakt aufgenommen.“  Die Bilanz des WSZ kann sich sehen lassen. Nicht nur die sportlichen Erfolge sind beeindruckend, auch die Ausstattung des Komplexes.

Technische Eckdaten

Das Schwimmbecken ist 50 Meter lang, 20,5 Meter breit und hat eine Wassertiefe von zwei Metern. Es ist mit 2.050.000 Litern Trinkwasser (allerdings behandelt) gefüllt. Diese Menge würde ausreichen, um drei Personen 15 Jahre lang mit Trinkwasser zu versorgen. Der Beckeninhalt wird ungefähr fünfeinhalbmal am Tag komplett gefiltert. Die Badewasserqualität des gesamten WSZ wird durch Eigenkontrollen etwa 18.000-mal pro Jahr gemessen, weitere 1.800 Messwerte werden im Labor untersucht.

Im Normalbetrieb nutzen bis zu 1.600 Personen pro Tag die Schwimmhalle, bis zu 250.000 pro Jahr. Die Besuchertribüne fasst 300 Personen. Die Halle ist damit die einzige wettkampftaugliche Schwimmstätte in der Region.

Neben der Schwimmhalle gibt es weitere Hallen: Die Sprunghalle verfügt über Sprungtürme und -bretter: vom Einmeterbrett bis hin zum Zehn-Meter-Sprungturm. Auch Synchronspringen wird hier trainiert. Das Becken selbst ist 4,50 Meter tief und fasst 1.150 Kubikmeter Wasser. Weiterhin gibt es ein Lehrschwimm-, ein Kaltwasser- und ein Entspannungsbecken sowie Mehrzweckhallen, zum Beispiel für das Gymnastiktraining, und eine Trockensprunghalle, in der man nicht im kühlen Nass, sondern auf Schaumstoff landet.

Seit 1991 flossen rund 20 Millionen Euro in die etappenweise Sanierung des WSZ. So wurden 2009 die Fliesen im Schwimmbecken entfernt. Seitdem besteht es aus Edelstahl. 2016 wurden Umkleiden und Duschen saniert, das Sprungbecken wurde 2018/19 erneuert.

Forschung und Lehre

Das WSZ wird von der Sportwissenschaft für Lehre und Forschung genutzt. Der Bundes- und Landesstützpunkt Wasserspringen, die Landesstützpunkte Schwimmen, Finswimming, Triathlon, Paratriathlon, der Behindertensportverband und das Institut für Angewandte Trainingswissenschaft sind steter Gast. Fortbildungsmaßnahmen der Fachverbände der Wassersportarten, teilweise in Zusammenarbeit mit der Sportwissenschaft, werden ebenfalls im WSZ veranstaltet. Genutzt wird das WSZ auch für Sportmedizin und Reha. Die Sportwissenschaftliche Fakultät bietet freies Schwimmen für Mitarbeitende und Studierende der Universität Leipzig an.

Nutzung während der Covid-Pandemie

Seit Ausbruch der Pandemie war das WSZ nur für 14 Tage vollständig geschlossen. Der Trainingsbetrieb für Spitzenathleten wurde per Sondergenehmigung des Sächsischen Innenministeriums sowie der Coronaschutzverordnung seitdem durchgehend aufrecht erhalten. Derzeit darf das WSZ jedoch nur für diese Gruppen genutzt werden. Nicht hinein dürfen momentan Studierende im Rahmen ihres Studiums und auch nicht Mitarbeitende der Universität.

Wettkämpfe und sportliche Erfolge

Jährlich werden hier die Sächsischen Landesmeisterschaften im Schwimmen sowie ein Weltcup im Finswimming ausgetragen. Regionale und überregionale Wettkämpfe, überwiegend im Schwimmen, finden hier statt.

In der Vergangenheit waren vor allem die Wasserspringer erfolgreich, zum Beispiel Heike Fischer und Stephan Feck, die olympische Medaillen gewonnen haben. Die Finswimmer gehören seit einigen Jahren zur Weltelite. Nach einer längeren Zeit konnten die im WSZ trainierenden Schwimmer wieder zur nationalen Spitze aufschließen.

Zu den derzeit erfolgreichsten in der Universitätsschwimmhalle Trainierenden gehören unter anderem

  • Martin Schulz, Paratriathlon, Paralympics-Sieger 2016 und Titelverteidiger bei den Paralympics 2021 in Tokio
  • David Thomasberger, Olympia-Starter und aktueller Halter des Deutschen Rekordes über 200 Meter Schmetterling
  • Marie Pietruschka, Olympia-Starterin, die allerdings 2020 ihren Trainingsstandort gewechselt hat
  • Marek Ulrich, Teilnehmer bei der Schwimm-EM in Budapest (10. – 23. Mai 2021)

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