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Mein Name ist Hameedi und wegen des Kriegs in Syrien bin ich nach Deutschland geflohen. Vor meiner Ankunft in Leipzig stand ich vor vielen Herausforderungen: Wie würde ich nach Deutschland kommen? Ich hatte keinen syrischen Pass und kein Visum zur Einreise nach Deutschland. Die einzige Möglichkeit, die mir blieb, war die Flucht. Ich bin also als Geflüchteter nach Deutschland gekommen. Eigentlich hatte ich vor, mein Masterstudium in Syrien fortzusetzen, aber nach der syrischen Revolution war das nicht mehr möglich, weil ich dort entweder zum Militär oder ins Gefängnis hätte gehen müssen.

Die größten Herausforderungen zu Beginn meines Aufenthalts an der Universität Leipzig waren die deutsche Sprache und das deutsche Bildungssystem, insbesondere die Universitäten sind ganz anders als in meinem Heimatland. Trotz all dieser Herausforderungen konnte ich die Module meines Studiums im Master Arabistik und Islamwissenschaft innerhalb von zwei statt vier Semestern belegen. Ich schreibe gerade meine Masterarbeit und bin fast am Ende.

Durch die Corona-Pandemie ist alles ganz anderes, weil es keinen Präsenzunterricht mehr gibt. Außerdem müssen momentan alle Veranstaltungen digital durchgeführt werden. Obwohl ich selbst keine Veranstaltungen mehr habe, ist es traurig für die anderen und auch für mich selbst, da wir wegen der Pandemie nicht in die Uni gehen können.  

Unterstützung ist gerade jetzt sehr wichtig und hilfreich

Trotz der Einschränkungen kann ich aber von dem Aufenthalt an der Uni Leipzig profitieren, besonders durch meine Arbeit und mein ehrenamtliches Engagement an der Universität Leipzig. Während der Corona-Pandemie engagiere ich mich, wie schon davor, ehrenamtlich für internationale Studieninteressierte und Studierende. Aufgrund der pandemiebedingten Schließzeiten der Stabsstelle Internationales berate ich viele Studierende in Bezug auf ihr Studium bzw. in Bezug auf Studierendenangelegenheiten. Dabei gehe ich auch während der Corona-Einschränkungen proaktiv vor und bin verlässlich und hilfsbereit. Außerdem arbeite ich ehrenamtlich am Orientalischen Institut als Tandemsprachpartner und Tutor, helfe den Deutsch-Muttersprachlern beim Arabischlernen und den Arabisch-Muttersprachlern beim Deutschlernen und übersetze studienrelevante Dokumente für meine Kommilitoninnen und Kommilitonen. Das ist gerade jetzt sehr wichtig und hilfreich für andere. Wegen meiner ehrenamtlichen Tätigkeiten wurde ich für den Preis der Universitätsgesellschaft nominiert und gewann ihn schlussendlich auch.

Mein Alltag an der Uni gefällt mir gut, da ich momentan in der Bibliothek des orientalischen Instituts arbeiten kann. Außerdem spielen wir in unserer Freizeit viel Fußball oder gehen spazieren und unternehmen andere Dinge draußen. Das ist ein guter Ausgleich.

Mein Rat: Zeit sinnvoll einteilen

Als wichtigste Erfahrung nehme ich aus der Corona-Zeit und meinem Aufenthalt an der Uni Leipzig aber mit, dass ich gelernt habe, mir die Zeit gut einzuteilen. Ich habe das Unisystem kennengelernt und verfüge nun über ein breites Wissen in verschiedenen Bereichen des Unialltags. Daher möchte ich allen Studierenden raten, sich ebenfalls gut auf ihr Studium zu konzentrieren und sich die Zeit sinnvoll einzuteilen.

Bleibt gesund, ich wünsche euch alles Gute und immer viel Erfolg.

 

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