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Prof. Dr. Ahmad Hamedy ist Fachtierarzt für Lebensmittelhygiene und wurde zum 1. April 2021 an das Institut für Lebensmittelhygiene der Veterinärmedizinischen Fakultät berufen und hat uns einige Fragen beantwortet.

Was haben Sie studiert – und wo?

Ich habe Veterinärmedizin sowie Diplom für Labordiagnostik und Analyse an der Hama Universität in Syrien studiert.

Was waren im Anschluss Ihre wichtigsten beziehungsweise Ihre letzten beruflichen Stationen?

Nach meinem Studium bekam ich ein Leistungsstipendium für meine Promotion in Deutschland am Institut für Lebensmittelhygiene der Universität Leipzig, wo ich als wissenschaftlicher Mitarbeiter arbeitete. Ich habe meine Doktorarbeit 2012 verteidigt. Ich konnte meine Prüfungen zur Weiterbildung als Fachtierarzt für Lebensmittelhygiene (2010) und Fachtierarzt für Fleischhygiene (2017) sowie die Zusatzbezeichnung für Molekularbiologie (2013) ablegen. Im Jahr 2017 habe ich den Ruf als Professor für Lebensmittelhygiene und Mikrobiologie an der Hochschule Anhalt im Fachbereich Landwirtschaft, Ökotrophologie und Landschaftsentwicklung angenommen.

Was fasziniert Sie an Ihrem Forschungsgebiet und was sind Ihre Schwerpunkte?

Die Forschung in der Fleischhygiene stellt die Schnittstelle zwischen der Nutztierhaltung und der Lebensmittelproduktion dar und beschäftigt sich mit Optimierungs- und Interventionsmaßnahmen der „Zoonosenbekämpfung entlang der Lebensmittelkette verschiedener Nutztierarten“.

Meine Schwerpunkte: Innovative Diagnostikmethoden für bedeutsame, über Lebensmittel übertragene Zoonosenerreger zur Anwendung im Rahmen von Monitoringprogrammen. Schlachtung von lebensmittelliefernden Tieren und die Bedeutung für den Tier- und Verbraucherschutz. Als weiterer inhaltlicher Schwerpunkt soll das Thema „Tierschutz im Bereich der Schlachtung“ am Institut für Lebensmittelhygiene etabliert werden.  

Haben Sie sich für Ihre Tätigkeit an der Universität Leipzig ein bestimmtes Forschungsziel gesetzt? Welches?

Neben der Ausarbeitung eines Leitbildes und eines Entwicklungsplanes geht es langfristig darum, die inhaltlichen Schwerpunkte des Instituts in den Bereichen Forschung und Dienstleistung auf den Bereich der Fleisch- und Schlachttechnologie zu fokussieren. Durch eine intensive Zusammenarbeit mit der Lebensmittelhygiene und der dort vorhandenen mikro- und molekularbiologischen Expertise können beispielsweise im Rahmen von Inokulationsversuchen neue Erkenntnisse zur Tenazität fleisch- und lebensmittelhygienisch relevanter Erreger im Rahmen der Schlachtung und Produktion gewonnen werden. Diese können dann sowohl in Kooperation mit öffentlichen Einrichtungen und Beteiligten aus der Wirtschaft im Rahmen von anwendungsbezogener Forschung und Dienstleistung, als auch im Bereich der Grundlagenforschung genutzt werden. Durch die enge Verknüpfung der Einheiten Fleisch- und Lebensmittelhygiene soll zudem der Auftritt und die Attraktivität der Veterinärmedizinischen Fakultät gegenüber nationalen und internationalen Drittmittelgebern und extrauniversitären Forschungseinrichtungen sowie anderen relevanten Stakeholdern gestärkt werden.

Würden Sie bitte kurz einige Schwerpunkte nennen, die Sie in der Lehre setzen wollen?

Selbst erarbeitete beziehungsweise selbst erfahrene Inhalte können generell besser gelernt werden als Inhalte, die nur passiv aufgenommen wurden. Daher versuche ich möglichst häufig Lehrmethoden einzusetzen, die diesem Aspekt Rechnung tragen. Der Einsatz von Seminaren und Fallbeispielen, in denen einzelne Lehrinhalte durch die Studierenden ausgearbeitet und für ihre Kommilitoninnen und Kommilitonen aufbereitet und ihnen präsentiert werden, sind dafür gut geeignet. Innerhalb der Fakultät sehe ich gute Möglichkeiten zur Kooperation in der Lehre. Es gibt hier eine Reihe von Fächern, die eng miteinander verbunden sind und aufeinander aufbauen. Um den Studierenden den bestmöglichen Ein- und Überblick zu geben, bietet sich die Zusammenarbeit zwischen Lebensmittelhygiene und Fleischhygiene, zum Beispiel mit der Lebensmitteltechnologie, der Lebensmittelmikrobiologie oder mit Dekontaminationsverfahren von Lebensmitteln, an. Diese Kooperation kann beispielsweise in gemeinsame Lehrveranstaltungen, wie Vorlesungsreihen, Exkursionen, Fokus, Tracks oder praktische Kurse münden und sich nicht zuletzt auch durch gemeinschaftliche Betreuungen von Projektarbeiten oder Doktorarbeiten zeigen. Bei der Konzeption sich daraus ergebender neuer Module und an der Erstellung und Verwaltung des Studiengangs möchte ich mich gern beteiligen. Da die Ausbildung der Studierenden in der Fleischhygiene möglichst praxisnah stattfinden soll, ist es mir wichtig die Studierenden bei der Suche nach Praktikumsstellen in den Schlachthöfen zu unterstützen und auch entsprechende Exkursionen in Betriebe anzubieten.

Bitte beenden Sie folgenden Satz: „Die Universität Leipzig ist für mich…“

...national und international sowie weltoffen und gehört zu den wissenschaftlichen Top-Adressen.

Welche Entdeckung, Erfindung oder Erkenntnis wünschen Sie sich in den nächsten zehn Jahren?

Neue Erkenntnisse zu nachhaltigen Lebensmitteln und mehr ökologisch erzeugte Tierprodukte sowie Erfindungen, die das Tierwohl/den Tierschutz revolutionieren werden!

Welche Hobbys haben Sie?

Als Hobby mache ich gern Fahrradtouren und gehe gern spazieren. Ich besuche meine Freunde oft zum Relaxen. Wir spielen gern Karten oder wir kochen manchmal zusammen.

Haben Sie ein bestimmtes Lebensmotto, das Ihnen auch über schwierige Phasen hilft?

Ja und zwar: Der Mensch wächst mit seinen Aufgaben.

Verraten Sie uns bitte noch wann und wo Sie geboren sind?

Am 04.10.1977 in Hama-Syrien

Vielen Dank.

 

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