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Das Leipziger Institut für Meteorologie (LIM) wurde am 1. Januar 1913 als Geophysikalisches Institut gegründet und war das erste Institut in Deutschland, welches sich auch mit der Physik der Atmosphäre beschäftigte. Neben der Theoretischen Meteorologie und entsprechender Modellierung ist ein weiterer traditioneller Forschungsschwerpunkt am LIM die Beobachtung und Modellierung der Dynamik der Hochatmosphäre. Nun wurde vor Kurzem der Rohbau für den Neubau des Institutes in der Leipziger Stephanstraße fertiggestellt.

Vor einem Jahr begannen die Arbeiten am neuen Institutsgebäude. Und nun steht der Rohbau. Klimaschonend soll der zweigeschossige Neubau werden. Ein Plus-Energie-Haus. Die vorgehängte und hinterlüftete Fassade wird dazu beitragen. Sie wird auf den drei sonnenzugewandten Seiten mit einer Bekleidung aus neuartigen weißen Photovoltaik-Modulen ausgestattet. Auf beiden Etagen sind Büro-, Projekt- und Technikräume geplant. Im Erdgeschoss befindet sich zudem der Windkanal und ein Seminarraum. Die Messräume und ein Praktikumsraum befinden sich im ersten Obergeschoss.

Das begrünte Dach des Neubaus wird mit einer Messplattform ausgestattet. Denn schon seit über 50 Jahren steigen Forscher:innen auf das Dach des Hauptgebäudes und führen kontinuierlich standortbezogene meteorologische Messungen durch. Neben der meteorologischen Wetterbeobachtung sind in den letzten Jahrzehnten neue Forschungsgebiete wie die bodengebundene Fernerkundung von Wolken und die atmosphärische Strahlungserforschung hinzugekommen. Jetzt werden diese Forschungen unter modernsten Bedingungen mit Laborflächen, Praktikumsräumen und Büros auf einer Nutzfläche von 870 Quadratmetern stattfinden.

„Als Direktor des Instituts für Meteorologie freue ich mich nach 10 Jahren Vorbereitung wirklich sehr“, so Prof. Dr. Manfred Wendisch, „dass wir bald einen modernen und umweltgerechten Neubau beziehen können. Er wird es uns ermöglichen, in enger Zusammenarbeit innerhalb der Forschungsgruppen des Instituts neue übergreifende Forschungsfragen bearbeiten zu können. Das neue Institutsgebäude wird unsere Ausbildungsmöglichkeiten für die Studierenden schlagartig verbessern.“ Man werde unter modernsten Bedingungen eine lange Tradition, die auf den norwegischen Meteorologen und Gründungsdirektor Vilhelm Bjerkness zurückreicht, fortsetzen.

Bis Dezember 2021 soll die Gebäudehülle vollständig geschlossen sein. Unter Regie der Niederlassung Leipzig II des Staatsbetriebs Sächsisches Immobilien- und Baumanagement (SIB) entsteht der Institutsneubau. Die Gesamtbaukosten dafür und die anschließende Sanierung der Alten Sternwarte betragen rund 13,4 Millionen Euro. Das Bauvorhaben wird mitfinanziert mit Steuermitteln auf Grundlage des vom Sächsischen Landtag beschlossenen Haushaltes und gefördert aus Mitteln des Infrastrukturfonds für regionale Entwicklung (EFRE). Bis September 2022 soll der Neubau des Leipziger Instituts für Meteorologie am traditionsreichen Standort in der Stephanstraße schlüsselfertig übergeben werden.

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